Werbung
Unter den Börsenbetreibern bahnt sich eine Großfusion an: So will die Börse Hongkong ihr Pendant in London übernehmen. Foto: Kirsty O'Connor/PA Wire

Megadeal: Börse Hongkong will Londons Börsenplatz übernehmen

Eine Fusion der Londoner Börse mit der Deutschen Börse scheiterte vor einigen Jahren am Widerstand der EU-Kommission. Nun erhalten die Briten erneut ein Angebot - diesmal aus Asien.

  • 11.Sep 2019, 14:27 dpa
  • 30,190
  • 30

Hongkong/London (dpa) - An den größten Börsenplätzen Asiens und Europas bahnt sich womöglich eine Mega-Fusion an. Die Börse Hongkong trat am Mittwoch überraschend mit einem Übernahmeangebot an ihr Pendant in London heran.

Die Offerte würde die London Stock Exchange (LSE) mit 29,6 Milliarden britischen Pfund ohne Schulden (etwa 33 Mrd Euro) bewerten, teilte der Hongkonger Börsenbetreiber HKEX am Mittwoch mit. Die LSE teilte mit, die Pläne prüfen zu wollen. Den Schritt der Börse Hongkong nannte sie «unverlangt und vorläufig».

Eine Fusion würde nicht nur einen weltweit führenden Finanzmarktkonzern entstehen lassen, sondern auch beide Geschäfte stärken, so HKEX. Die Transaktion verspreche zudem hohe Synergien. So strebt HKEX eine Integration seiner Handelsplattformen in das Londoner System an. Eine Transaktion wäre dabei im Interesse aller Anteilseigner, betonte der Betreiber.

Werbung
Werbung

HKEX hatte 2012 bereits die Londoner Metall Börse für 1,4 Milliarden Pfund übernommen. Auch die LSE stand bereits im Fokus von Fusionsvorhaben: Ein Zusammenschluss mit der Deutschen Börse scheiterte vor einigen Jahren am Veto der EU-Kommission.

Das Angebot aus einer Zahlung in bar sowie neu zu emittierenden HKEX-Aktien entspreche einer Prämie von knapp 23 Prozent auf den letzten Börsenkurs der LSE, so die Börse Hongkong. Dabei strebt HKEX eine Fusionsvereinbarung an - behält sich aber auch ein Übernahmeangebot vor. Details wolle man mit dem Management der LSE besprechen. HKEX bekannte sich langfristig zu den Börsenplätzen Hongkong und London und plant eine Zweitnotierung ihrer Aktien in der britischen Hauptstadt. Die LSE-Aktie stieg zwischenzeitlich um mehr als 15 Prozent.

Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Londoner Börse selbst vor einem großen Zukauf steht: Die LSE will den Datenanbieter Refinitiv mit einem Unternehmenswert von 27 Milliarden US-Dollar übernehmen. Die Hongkonger Börse teilte dazu mit, ihr Angebot sei von der Absage der Refinitiv-Übernahme abhängig. Die LSE will an ihren Plänen festhalten; sie kommt dabei nach eigenen Angaben gut voran.

Werbung
Werbung

Ronald Wan, Chef des Investmentberaters Partners Capital International in Hongkong, sieht in dem Deal hohe Hürden - insbesondere politischer Natur. Hongkong sei eine Sonderverwaltungszone Chinas. Eine Übernahme der LSE durch HKEX könnte auch als Übernahme durch China gesehen werden. Eine Transaktion sei politisch «super sensibel».

Die britische Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom sagte auf Bloomberg TV, die Regierung werde jedweden Zusammenschluss zwischen den Börsen genau untersuchen. Vor allem würde man sehr genau auf alles schauen, was sicherheitsrelevante Auswirkungen auf Großbritannien haben könnte.

Werbung
Werbung
Keine Einigung bei Gasgesprächen Russlands mit der Ukraine
Koalition ringt um Klima-Kompromiss - und die eigene Zukunft
Zoll verzeichnet immer mehr Produkt-Piraterie
Huawei schweigt zu Verfügbarkeit des neuen Top-Smartphones
VW und Porsche rufen fast 227.000 Autos zurück
Bluttests vor der Geburt unter Bedingungen auf Kassenkosten
Ryanair fürchtet weitere Verzögerungen für 737 Max
OECD warnt vor schwächstem Wachstum seit Finanzkrise
Parlament in Wien stimmt EU-Mercosur-Abkommen
Zahl der Baugenehmigungen geht abermals zurück
Um was es im Berliner Klimaschutz-Endspurt geht
EuGH-Urteil im Autoteilestreit
Dax unbeeindruckt von Zinsentscheidung der Fed
Investoren fordern Schutz des Amazonas
Freispruch in Japan für Ex-Atommanager wegen Fukushima
Wie funktioniert der Trisomie-Bluttest?
Trumps Handelskonflikte setzen US-Notenbank unter Druck
Bayern jubeln über positiven Start - Hoeneß wettert
USA werfen Iran «kriegerischen Akt» in Saudi-Arabien vor
Koalitionsspitzen beraten sich vor Klimakabinett
Urteil im Autoteile-Streit zwischen freien Händlern und Kia
Bayern-Start mit Pflichtsieg - Chancenwucher gegen Belgrad
US-Notenbank Fed senkt Leitzins um 0,25 Prozentpunkte
Bomben gegen den reichen Nachbarn: Was treibt Jemens Huthis?
Santander startet mit Digital-Bank Openbank in Deutschland 
Trump will Sanktionen gegen den Iran «bedeutend verstärken»
Generalstreik für den Klimaschutz? Ein Aufruf mit Risiko
In Israel droht Hängepartie - Große Koalition als Ausweg?
Nach Brückeneinsturz von Genua tritt Holding-Chef zurück
Neues Gesetz soll Ausbeutung von Paketboten verhindern