Werbung
John Bolton bei einer Pressekonferenz im vergangenen August in Washington. Foto: Evan Vucci/AP

Trump entlässt Nationalen Sicherheitsberater Bolton

Ein neuer Paukenschlag in Trumps Regierung. Wieder muss jemand aus dem engsten Umfeld des Präsidenten gehen. Und er geht in offenem Streit.

  • 10.Sep 2019, 18:29 dpa
  • 30,190
  • 30

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat überraschend seinen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton entlassen. Trump schrieb auf Twitter, er habe Bolton am Montagabend zum Rücktritt aufgefordert. Dieser habe am Dienstagmorgen seinen Rückzug erklärt.

Trump begründete den Schritt mit inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten. «Ich war mit vielen seiner Vorschläge nicht einverstanden, wie auch andere in der Administration, und deshalb habe ich ihn gebeten zurückzutreten.» In der kommenden Woche werde er einen Nachfolger benennen.

Erst am Dienstagmorgen hatte das Weiße Haus einen Presseauftritt Boltons gemeinsam mit Außenminister Mike Pompeo und Finanzminister Steven Mnuchin für die Mittagszeit angekündigt.

Werbung
Werbung

Bolton meldete sich auf Twitter selbst zu Wort und widersprach Trumps Darstellung offen. «Ich habe gestern Abend meinen Rücktritt angeboten und Präsident Trump sagte: «Lass uns morgen darüber sprechen».»

Bolton war seit April 2018 Nationaler Sicherheitsberater Trumps. Er folgte auf General H.R. McMaster.

Bolton gilt als Hardliner und als Befürworter eines Regimewechsels im Iran. US-Medien hatten berichtet, Differenzen zwischen Trump und Bolton habe es auch beim Thema Afghanistan gegeben. Bolton sei gegen ein von Trump für vergangenen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit Taliban-Vertretern in Camp David gewesen, dem Landsitz des US-Präsidenten. Trump hatte das Treffen am Samstagabend abgesagt. Als Grund hatte er einen Taliban-Anschlag am vergangenen Donnerstag in Kabul angeführt, bei dem zwölf Menschen getötet worden waren, darunter ein US-Soldat. Die USA verhandeln seit Monaten mit den Taliban über ein Abkommen, das den Weg zu einem Abzug der US-Truppen und zu Frieden in dem Land bereiten soll.

Werbung
Werbung

In den vergangenen Monaten war Trump mehrfach mit Nachfragen konfrontiert gewesen, ob er mit Boltons Arbeit zufrieden sei. Er hatte Bolton bis dato stets verteidigt und etwa gesagt, er wisse um dessen Rolle als Hardliner, habe aber auch andere Berater, die einen weniger harten Kurs verfolgten.

Seit dem Amtsantritt Trumps hat es im Apparat der US-Regierung ungewöhnlich viele Rauswürfe, Personalwechsel und Rücktritte gegeben.

Werbung
Werbung
Zoll verzeichnet immer mehr Produkt-Piraterie
Huawei schweigt zu Verfügbarkeit des neuen Top-Smartphones
VW und Porsche rufen fast 227.000 Autos zurück
Bluttests vor der Geburt unter Bedingungen auf Kassenkosten
Ryanair fürchtet weitere Verzögerungen für 737 Max
OECD warnt vor schwächstem Wachstum seit Finanzkrise
Parlament in Wien stimmt EU-Mercosur-Abkommen
Zahl der Baugenehmigungen geht abermals zurück
Um was es im Berliner Klimaschutz-Endspurt geht
EuGH-Urteil im Autoteilestreit
Dax unbeeindruckt von Zinsentscheidung der Fed
Investoren fordern Schutz des Amazonas
Freispruch in Japan für Ex-Atommanager wegen Fukushima
Wie funktioniert der Trisomie-Bluttest?
Trumps Handelskonflikte setzen US-Notenbank unter Druck
Bayern jubeln über positiven Start - Hoeneß wettert
USA werfen Iran «kriegerischen Akt» in Saudi-Arabien vor
Koalitionsspitzen beraten sich vor Klimakabinett
Urteil im Autoteile-Streit zwischen freien Händlern und Kia
Bayern-Start mit Pflichtsieg - Chancenwucher gegen Belgrad
US-Notenbank Fed senkt Leitzins um 0,25 Prozentpunkte
Bomben gegen den reichen Nachbarn: Was treibt Jemens Huthis?
Santander startet mit Digital-Bank Openbank in Deutschland 
Trump will Sanktionen gegen den Iran «bedeutend verstärken»
Generalstreik für den Klimaschutz? Ein Aufruf mit Risiko
In Israel droht Hängepartie - Große Koalition als Ausweg?
Nach Brückeneinsturz von Genua tritt Holding-Chef zurück
Neues Gesetz soll Ausbeutung von Paketboten verhindern
Bei Brexit denkt Deutsche Industrie an Schadensbegrenzung
Juncker nennt Risiko eines ungeordneten Brexits «sehr real»